Parteien
Abseits von Parteiprogrammen und gebrochener Wahlversprechen stellt sich die Frage, was eigentlich für Leute typischerweise Mitglied in welchen Parteien werden und wie sich diese Personen dann im Parteikollektiv verhalten.
Zur wissenschaftlich hieb- und stichfesten Abhandlung einer solchen Thematik wären mit Sicherheit jahrelange intensive soziologische Forschungen notwendig, die erstmal jemand in Angriff nehmen und am Ende verständlich zusammenfassen müßte. Allerdings hat jeder auch nur halbwegs politisch interessierte Bundesbürger selbstredend so sein eigenes Bild von der hiesigen Parteienlandschaft. Nachfolgend also die ganz persönliche Einschätzung der Verhältnisse eines Bundesbürgers, der nach jahrelangen leidvollen Erfahrungen von den derzeitigen Parteien alles erwartet, nur nichts Gutes mehr: Grob, polemisch und frustgeladen.
SPD
Ein Grundcharakteristikum von Sozen ist deren blindwütiger Glaube an "Experten". Für jeden Pfurz muß ein "Experte" her, für jede größere Angelegenheit ein "Expertengremium". Die Lehre von Immanuel Kant "Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!" ist bei Sozen verpönt. Solche "Experten" heißen dann z.B. Hartz oder Riester oder Rürup. Selbst wenn am Ende der letzte Scheiß dabei rauskommt, so wird trotzdem darauf bestanden, daß anerkannte - und vor allem teure (!) - "Experten" am Werk waren und alleine schon deshalb alles gar nicht so schlecht sein kann.
In anderen Parteien schätzen die oberen zwar ebenfalls die Einrichtung von "Expertengremien" als Mittel zur Ausschaltung parteiinterner Willensbildung, Sozen hingegen glauben wirklich daran und dieser Stuß zieht sich bei ihnen bis ins Alltagsleben hinein. Wenn z.B. eine Firma mit der Verlegung eines neuen Wasserrohres in einem alten Gebäude beauftragt wird und diese das Rohr dann im zugigen Dachgeschoß unterbringt, so daß es gleich beim nächstbesten Winterfrost platzt und erhebliche Teile des Hauses unter Wasser stehen, so wird trotzdem vehement bestritten, daß hier Dilettanten gepfuscht haben. Vielmehr war selbstverständlich eine "anerkannte Fachfirma" am Werk und schließlich platzen jeden kalten Winter eine Menge Wasserrohre... Gibt man sich mit solcher sozentypischer Schönrednerei nicht zufrieden und fragt statt dessen noch nach, warum in eben genau diesem Gebäude ein gerade mal 50 cm entfernt und nur halt zweckmäßigerweise unter dem wärmedämmenden Zwischenboden seit Jahrzehnten liegendes Wasserrohr auch diesen Winter wieder nicht geplatzt ist, so fällt Sozen kaum was anderes mehr ein als mit Nachdruck umgehend das Gesprächsthema wechseln zu wollen.
Steigen Sozen in Spitzenpositionen auf, so wird die eigene Unfähigkeit außer durch Schönreden sehr häufig mit verbohrter Halsstarrigkeit zu verbergen versucht, was diese dann zu allem Überfluß als "Wahrnehmung von Verantwortung" bezeichnen. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist unser Kanzler, der öffentlich beteuert, trotz seiner Aufgabe als Volksvertreter und trotz des massiven Unmuts des Wahlvolkes keine andere Politik machen zu können. Die Aussage ist richtig, denn er ist zu schwach, um mit Verweis auf das verfassungsmäßige Sozialstaatsgebot Herren wie Hundt, Piech oder Rogowski klarzumachen, wo der Hammer hängt. Lieber knickt er opportunistisch ein vor allen Ernstes aus der Wirtschaft geäußerten Vorwürfen wie "Feigheit vor dem Wähler", anstatt die entsprechenden Organisationen wie u.a. das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW dafür wegen aggressiver antidemokratischer Agitation mindestens mal vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Als Folge davon erleben wir so Perversionen, daß beispielsweise auf EU-Ebene ausgerechnet ein grüner Umweltminister als einziger von allen EU-Umweltministern gegen die Altautoverordnung votiert.
Um der Perversion die Dröhnung aufzusetzen behaupten Sozen zwar selbstverständlich für Demokratie zu sein, jedoch gilt eine öffentlich geäußerte eigene Meinung als "unkonstruktiv", "verantwortungslos" und "unsolidarisch", wenn sie nicht gerade der Meinung der Parteibonzen entspricht, ja möglicherweise sogar mal gerade das Gegenteil davon ist. Dementsprechend weist ausgerechnet die ach so soziale und ach so demokratische SPD die mit großem Abstand höchste Zahl von Parteiausschlüssen aller Parteien auf. Schöne soziale Demokratie sowas. Kann man richtig drauf scheißen.
Allerdings ist gerade deshalb bei Sozen höchste Vorsicht angesagt. Exakt die eben beschriebenen Verhältnisse bedingen es nämlich, daß sich Spitzenfunktionen bei Sozen nur von denjenigen erreichen lassen, die absolute Meister in der Kunst der Volksverarsche sind. Dorthin kommen nur diejenigen, die es wie kaum jemand anderes beherrschen, durch Schönreden, Verharmlosen, Taktieren und Weichspülen weitgehend unbemerkt genau das Gegenteil von dem tun zu können, was sie behaupten zu tun.
Kurzum: Sozen und Verrat von Idealen gehören untrennbar zusammen. Klein angefangen hat das bereits im Jahr 1904, als die SPD zwar immer wieder lautstark gegen gegen die bestialische Abschlachtung der Ureinwohner in den damaligen deutschen Kolonien in Afrika wetterte - zum Wohle des Kapitalismus binnen weniger Jahre gut 100.000 Menschen - sich bei der Reichstagsentscheidung über die Vergabe der hierzu notwendigen Gelder jedoch kleinlaut der Stimme enthielt. Richtig kraß wurde es dann erstmals 1918, als der Generalsekretär der SPD Noske in Berlin ein exzessives Blutbad anrichtete. Zitat von ihm: "Einer muß der Bluthund sein. Ich scheue die Verantwortung nicht!". 1933 war es dann wieder die ach so verantwortungsvolle SPD, die aktiv einen Generalstreik gegen Hitlers Machtergreifung verhinderte und dabei insbesondere auch hart gegen eigene Mitglieder vorging. Es bleibt zu vermuten, daß nur das kurz darauf folgende Verbot der SPD durch die Nazis verhindert hat, daß die damaligen Parteibonzen auch noch offen mit den Nazis kollaborierten.
Und heute? Die SPD war lautstark gegen den Krieg gegen den Irak. Fakt aber ist, daß die USA jedwede Unterstützung für den Krieg erhalten haben, mit der einen Ausnahme von Soldaten. Österreich hingegen hatte beispielsweise sogar seinen Luftraum für amerikanische Kriegsflugzeuge gesperrt. Und statt für Rentner in Deutschland werden unsere Steuergelder für Soldaten am Hindukusch ausgegeben. Das ist zwar ein klarer Verfassungsbruch, aber wen kümmert das schon noch? Demnächst haben wir ja sowieso die von Schröder unbedingt und aus gutem Grund ohne Volksabstimmung gewollte EU-Verfassung, und gemäß der ist dann das alles nämlich wieder legal. Nicht umsonst rühmte er ja mal die "Enttabuisierung des Militärischen" allen Ernstes als einen 'Erfolg' seiner Politik und nicht umsonst dichteten die 'Schmetterlinge' 1977 in ihrem Werk 'Proletenpassion': "Und als sie zu den Oberen zählten, da vergaßen sie, wofür wir sie einst wählten. Sie führen jetzt des Kapitals Geschäfte und stützen sich auf reaktionäre Kräfte. Aufgepaßt Genossen, wer hat denn da geschossen? Genossen dreht die Flinten, der Schuß der kam von hinten!".
CDU
Der rechte Flügel der CDU ist eine von materialistischem Machbarkeits- und Gestaltungswahn besessene politische Kampftruppe gegen unabhängige und ungeregelte Lebensweisen, gegen freie unkontrollierte Lebensräume ganz insbesondere innerhalb von Städten und für materialistischen Scheinwohlstand. Diese außerordentlich stark ideologische Weltanschauung bewirkt nicht nur dauernde Unzufriedenheit mit der Gegenwart, sondern kollidiert auch ständig mit den Gegebenheiten des Lebens in der Realität.
So führt beispielsweise deren extrem dogmatisches Verständnis von "Ordnung" und "Sauberkeit" dazu, daß sie wie Tiere Reviere abgrenzen und markieren, nur daß statt Pinkelproben halt Mittel wie Ajax oder Meister Proper für die Markierung zum Einsatz kommen. Jedem noch so kleinen Fleckchen Dreck im Revier muß sofort zwanghaft hinterhergewienert werden, damit das Selbstwertgefühl nicht leidet. Daß in der Realität Dreck etwas völlig normales und sogar nützliches ist, solange er bestimmte Mengen nicht übersteigt, weil damit z.B. bei Kindern das Immunsystem überhaupt erst gescheit heranreift, gehört zu den Realitäten, deren Anerkennung aus solchen ideologischen Gründen verweigert wird. Daß außerdem eine solche Verhaltensweise extrem primitiv ist, gehört ebenfalls zu den verweigerten Realitäten. Statt dessen gelten als "echtes Leben" Dinge wie der Besuch von prickelnd-brodelnd langweiligen Cocktailparties.
Die dauernden Probleme mit der Realität und die permanente Unzufriedenheit damit stellen das soziale Bindeglied zwischen Anhängern der CDU dar. Menschen, die im Gegensatz zu ihnen über die Kompetenz verfügen mit sich und der Umwelt zufrieden sein zu können, werden folgerichtig Zielscheibe von wütendem Neid, der gerne in Form von diffamierenden Hetzvorwürfen wie "Zeitverschwender" oder "Sozialromantiker" rausgekotzt wird, womit wir wieder bei der Primitivität von CDU-Anhängern aus dem rechten Rand wären. Generell ist es eine Lieblingsbeschäftigung von denen, an sich positive Begriffe ins Negative umzudeuten und dann in beleidigender Absicht wie Schimpfwörter zu gebrauchen, wie beispielsweise "Sympathisant", "Streuobstwiesenromantiker" etc. etc. Umgekehrt bekommen die radikalsten Fanatiker im feinen Anzug unter ihnen bei negativen Dingen fast schon einen Orgasmus, wie stinkend qualmenden Schornsteinen ("Da boomt die Wirtschaft!"), dröhnenden Flugzeugen ("Das ist Musik in meinen Ohren!") etc. etc., was eigentlich nur noch als pervers bezeichenbar ist.
Grundlage der ideologischen Verbohrtheit ist ein meist schon recht früh in der Kindheit erworbener unbändiger Wille zur Durchsetzung von irgendwelchen Hirngespinsten, was zwangsweise mit Inkompetenz zu friedlichem sozialgemeinschaftlichen Zusammenleben einhergeht. Stattdessen gilt Wettbewerb als das Ein und Alles. Wer in ihren Augen zuwenig leistet, möge verrecken. Daß unsere Produktion schon seit langen derart jedes vernünftige Maß übersteigt, daß Millionen an Steuergeldern verschwendet werden, um vor allem im Lebensmittelbereich die Überproduktion in Form von Milchseen, Butterbergen, etc. etc. zu vernichten, das gehört dann wieder zu den verweigerten Realitäten. Es ist wie bei Drogenabhängigen: Die Bereitschaft zur Erbringung von Arbeitsaufwand zur Befriedigung der Sucht übersteigt rasch jedes vernünftige Maß, wie Forscher in Laborexperimenten mit koksenden Ratten nachgewiesen haben.
Zum Ausgleich für die soziale Inkompetenz hängen Konservative gerne religiösen Ideen nach. Die von der Materialismusorientierung verdrängte Lebensfreude und die damit einhergehende Leere von dem, was dann noch "Leben" genannt wird, wird mit Kirche, Evangelium und Aposteln aufgefüllt, daher das C bei der CDU. Daß diese Gläubigkeit eine reine Ersatzbefriedigung ist, läßt sich immer wieder dann ersehen, wenn CDUler mal wieder nach dem elften Gebot Moses gehandelt haben: "Du sollst Dich nicht erwischen lassen!".
Nicht nur, daß Rechte gerne gute linke Ideen unter der Hand aufgreifen und diese dann als ihre eigenen ausgeben. Generell kommen bei Konservativen bevorzugt solche Persönlichkeiten in Spitzenpositionen, die man problemlos als Mafioso klassifizieren kann: Ein kleiner unauffälliger Deal hier, ein bißchen Bimbes dort, und alles läuft wie geschmiert.
Dazu paßt treffend die Weigerung des stets von Recht und Ordnung faselnden Ex-Bundeskanzlers Helmut Kohl, selber geltendem Recht genüge zu tun und die Herkünfte der illegalen Schwarzgelder endlich auf den Tisch zu legen. Seine Begründung: Er habe den illegalen Spendern sein Ehrenwort gegeben, sie nicht zu verraten. Eine Argumentation, gemäß der also künftig jeder noch so kleine Drogendealer sich künftig vor seinen Richter stellen könnte mit der Aussage: "Ich kann Ihnen nicht sagen, wer mein Boß ist. Ich habe ihm mein Ehrenwort gegeben, daß ich ihn nicht verpfeife, und ich bin ein Ehrenmann, da müssen Sie Verständnis dafür haben!".
Das muß man sich einfach mal vorstellen! Wie wäre wohl das Gezeter des damaligen "Law-and-Order"-Ex-Bundesinnenministers Manfred Kanther ausgefallen, der selber gerade vor Gericht steht und dort seine ideologischen Spinnereien von "linkswütigem Zeitgeist" daherblubbert? Wie wenig aber das ach so fest beschworene Ehrenwort des konservativen Helmut Kohl wirklich wert ist, das zeigte sich bereits, nachdem unter seiner Regentschaft der 2+4-Vertrag unterzeichnet wurde. Eine der darin enthaltenen Verpflichtungen war nämlich, daß die Bundesrepublik sämtliche internationalen Verpflichtungen der DDR übernimmt. Kaum daß die Tinte unter dem Papier jedoch trocken war, wurden die regelmäßigen Hilfslieferungen an Milchpulver für Kuba kaltschnäuzig gestrichen. Daß damit die Hungersnöte in dem politisch unliebsamen Land kraß verschärft wurden, kümmerte den ach so ehrenhaften "ersten Staatsmann Europas" von der ach so christlichen CDU Herrn Dr. Kohl offensichtlich einen Dreck.
Eines der wichtigsten Mittel zur Erreichung von Zielen ist bei CDUlern die möglichst lautstarke Inszenierung von Theater, um den Gegenüber zu beeindrucken und gefügig zu machen. Während Sozen Widerstände am liebsten durch Zulabern marginalisieren, abwürgen und letztlich wegschwafeln wollen, versuchen Konservative durch inszenierten Konfrontationskurs - Roland Koch nannte es mal "legitimes Theater" - den Widerstand zu brechen.
Unter den Hinterbänklern findet man in der CDU sehr häufig möchtegernwichtige Mamakindchen jeden Alters, die auch mal was zu sagen haben wollen. Aufgrund deren spießiger Verklemmtheit, die sie für sich selber als "Anstand" verklären um damit leben zu können, haben sie ständig Praß auf Leute, die im Gegensatz zu ihnen ein freies und unabhängiges Leben ohne viel materiellem Besitz führen können. Diese Inkompetenz zu unabhängig-kreativem Handeln führt zur vehementen Forderung nach "festen Regeln", anstatt lieber mal zu lernen, wie es sich mit wenig gescheit leben läßt. Diese abartige Verhaltensweise wird dann als "Pragmatismus" (deutsch: Orientierung auf das Nützliche) bezeichnet. Wie wenig das alles zusammenpaßt, das zeigt sich bei ihnen jedes Jahr aufs Neue zu Weihnachten daheim, falls Kinder in der Familie sind, die von der ideologischen Domestizierung (noch) nicht sonderlich begeistert sind und die lange im voraus sorgsam geplante Choreographie zur Inszenierung des friedlich-christlichen Weihnachts-Familienfestes ein ums andere Mal zum Drama unterm Tannenbaum gerät.
Summa summarum verwundert es aufgrund dieser Zusammenhänge dann aber auch nicht mehr, warum die Verbohrtesten bei der CDU immer wieder den Eindruck machen, als ob sie nur deshalb bei der CDU wären, weil sie als Mitglied bei der NPD von der Öffentlichkeit nicht mehr als gesellschaftsfähig anerkannt würden. So beispielsweise der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Klaus Naumann, von dem am 18. Januar 1993 im Spiegel zu lesen stand: "Es gibt zwei Währungen in der Welt: wirtschaftliche Macht und die militärischen Mittel, sie durchzusetzen." Ein weiteres Beispiel ist der bis Dezember 2003 Aufsichtsratsvorsitzende vom Frankfurter Flughafen Roland Koch. Der jobbte nicht nur nebenbei als hessischer Ministerpräsident, um den Flughafenausbau gegen jede Vernunft voranzutreiben. Nein, da auch ihm offenbar absolut nichts heilig zu sein scheint was keinen Profit abwirft, ist er nun hauptberuflich Ministerpräsident und läßt in abgelegenen Hinterzimmern des Landtags daran arbeiten, die hessische Landesverfassung um die bislang als vorbildlich gepriesenen Bestimmungen des Sozialstaatsgebots zu berauben. Sein generell gestörtes Verhältnis zu Menschenrechten untermauert er zu allem Überfluß dann noch damit, daß er Folter im eigenen Land zu dulden bereit ist und sich mit den Folterknechten der USA und insbesondere deren Hintermännern (Bush, Rumsfeld, Rice etc.) öffentlich solidarisch erklärt.
FDP
Ein wildes Sammelsurium aller möglichen politischen Orientierungen. Von hart Rechten, die leicht bereits dem braunen Spektrum zuordenbar wären, bis zu deutlich linksorientierten Verfechtern von Bürgerrechten ist alles dabei. Gemeinsam ist ihnen nur, daß sie alle eben genau nicht in eine bestimmte Schublade gesteckt werden wollen, sondern sich halt zusätzlich als liberal bezeichnen und daß selbstverständlich keiner von ihnen ein ernsthaftes Problem mit dem Kapitalismus hat.
Dementsprechend ist die FDP ständig auf der Suche nach einem eigenen Profil, das sie natürlich nie erreicht. Statt dessen ist sie immer wieder gut für eine politische Kehrtwende. Die Partei hangelt sich von einer Sachfrage zur nächsten, das jedoch unter steter Einbeziehung von politischem Kalkül zum Machterhalt nicht gerade ungeschickt und immer wieder durchaus erfolgreich. Dabei bringt sie ab und zu auch mal bemerkenswerte Spitzenpolitiker hervor, wie beispielsweise den ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher.
Allerdings schaffen es ebenso aber auch immer wieder ziemliche Flaschen in die höchsten Ränge der FDP, darunter insbesondere diejenigen, die blindwütig ohne Hirn und Verstand kritiklos der Wirtschaft huldigen. Von denen kommen dann u.a. so Dumpfbackensprüche wie "Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt".
Nicht vergessen werden darf bei alledem jedoch, daß sich die FDP schon bei ihrer Gründung zu einem erheblichen Teil aus ehemaligen NSDAP-Mitgliedern zusammensetzte. Daß die die Vorstellungen der Nazis auch sehr wohl zu vertreten suchten ist nicht zuletzt daran festzumachen, daß in mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen die FDP-Abgeordneten darauf bestanden, in den Parlamenten rechts von der CDU zu sitzen. Auch Stunkkampagnen gegen die Gewerkschaften - exakt so wie wir das heute wieder erleben - gehörten schon damals in den 1950er Jahren zur alltäglichen Politik bei der FDP. Von daher wird dann auch klar, warum seinerzeit Bundespräsident Walter Scheel so vehement gegen Volksabstimmungen war. Er war halt ebenfalls nicht nur FDP, sondern zuvor auch NSDAP.
GRÜNE
Die Geschichte der Grünen ist nach ihrer nun gerade mal etwas mehr als 20 Jahren währenden Dauer bereits ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie wenig die Organisationsform als Partei zur Wahrnehmung der Aufgabe der Volksvertretung taugt. Daß damit der Weg zur Macht nur möglich ist, wenn die Werte Ökologie und Antimilitarismus mindestens bis zur Unkenntlichkeit verbogen, eher aber eigentlich gleich ganz ins Klo gespült werden, wirft doch die Frage auf: Was für eine Macht ist das denn eigentlich, die nicht gestattet das zu machen, was sinnvoll ist? Was für eine Macht ist das, die sich nur erreichen läßt, wenn man sich ihr beugt? Ist das nicht die Macht des Hampelmanns? Die Macht der Marionette?
Beispiel: Vor der Bundestagswahl 1998 zog Joschka Fischer mit dem Wahlversprechen durch's Land, mit ihm als Außenminister würde bei Staatsempfängen keine Militärkapelle mehr spielen, sondern die Kölner Gruppe BAP. Und nach der Bundestagswahl? Es dauerte nicht ein Jahr, bis das rot-grüne Deutschland zusammen mit anderen NATO-Staaten den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien vom Zaun brach. Die Schuld dafür will man bis heute dem damaligen despotisch regierenden jugoslawischen Staatspräsidenten Milosevic in die Schuhe schieben. Wer die Schuld wirklich hat, das ließ sich jedoch bereits am 31. Dezember 1992 in der Defense & Foreign Affairs Strategic Policy lesen: "Der Krieg in den früheren jugoslawischen Republiken wird durch ein massives und komplexes System von Waffenlieferungen per Schiff nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina, finanziert und organisiert von Deutschland, angeheizt."
Das bringt uns zur Frage: Wo verbirgt sich denn die eigentliche Macht in Staaten mit Parteienherrschaft? Dazu fällt einem als allererstes ein Dogma ein, das Oskar Lafontaine während seiner Zeit als Bundesfinanzminister immer wieder vorgehalten wurde: "Man kann keine Politik gegen die Wirtschaft machen!". Dabei ist doch, wie in den bisherigen Ausführungen schon ausführlich dargelegt, die Wirtschaft aufgrund ihrer ausschließlichen Effizienz- und Profitorientierung und dem daraus resultierenden permanenten Widerspruch zu den Anforderungen sozialgemeinschaftlichen Zusammenlebens eine zutiefst antidemokratische Organisationsform, die eigentlich nicht nur von den Kartellbehörden sondern auch vom Verfassungsschutz beobachtet gehört.
Es ist eine absolute Notwendigkeit, Wirtschaftsführern immer wieder deutlich auf die Finger zu klopfen, wenn man die Demokratie nicht verraten will. Versucht eine Partei das aber wirklich, so ruft das jedesmal einen wütenden Proteststurm der verbreitungsstarken Massenmedien hervor. Das ist völlig logisch, denn die sind ja selber Teil der Wirtschaft, und eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus. Bei dem Geplärr machen die um zahlungskräftige Werbekunden aus der Wirtschaft buhlenden öffentlich-rechtlichen Sender kaum eine Ausnahme.
Was also macht eine nach möglichst vielen Wählerstimmen strebende Partei, wenn sie von den Massenmedien geliebt und gehätschelt werden will? Sie betreibt Politik gegen die Interessen des eigenen Wahlvolkes, denn dessen Meinung wird von den Massenmedien mit geschickt formulierten und gezielt lancierten Meinungsumfragen sowie unzähligen Talkshows dann wieder so zurechtgebogen, wie es der Wirtschaft paßt. Wer's nicht glaubt, der schaue sich Sabine Christiansen an. Die kann das perfekt.
Von daher verwundert es dann aber auch nicht mehr, wie es kommt, daß ausgerechnet die Grünen inzwischen genauso eine Partei der Besserverdienenden sind, wie die FDP. Je nach Umfrage weisen Wähler der Grünen sogar noch deutlich höhere Einkommen auf als die der FDP und sind keine 'Müslifresser' mehr, sondern Jungakademiker oder ähnliches. Das Bild als Umweltschutzpartei ist nur noch reines Marketing, mit dem der wohlhabenden Wählerschaft vorgegaukelt wird, sich mit ihrem Kreuzchen ein reines Ökogewissen kaufen zu können. Sozusagen eine FDP, die statt einer eher spießigen eine viel aufregendere, revoluzzerische Öko-Vergangenheit hat und damit weltoffenes Multikulti suggeriert. Daß in Wirklichkeit auch die Grünen die verfassungswidrigen Rassismusgesetze des RAF-Terroristenanwalts Otto Schily (heute eher als Bundesinnenminister bekannt) mittragen, wird dabei gerne vergessen. Für derartige Politiker, die zum Machterhalt so ziemlich alles mitmachen, gibt es inzwischen sogar einen ganz treffenden Ausdruck: Politschlampen.
Soweit eine ganz persönliche Einschätzung der Verhältnisse. Wie eingangs bereits geschrieben: Dies sind die auf jahrelangen leidvollen Erfahrungen basierenden persönlichen Ansichten eines Bundesbürgers, der inzwischen von den derzeitigen Parteien alles erwartet, nur nichts Gutes mehr: Grob, polemisch, wissenschaftlich womöglich unhaltbar, dafür aber gut frustgeladen. Um jedoch zumindest ein bißchen Gerechtigkeit walten zu lassen sei nicht verschwiegen, daß es in jeder Partei auch solche gibt, die es noch ehrlich meinen und die viel Engagement, Zeit und Arbeit investieren, um ihrer Aufgabe als Volksvertreter gerecht zu werden. Nur leider ereilt sie meistens alle das gleiche Schicksal: Werden sie zu einflußreich, so werden sie entweder "belehrt" oder in die Bedeutungslosigkeit abgeschoben. Eventuelle Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
