Wirtschaft
Wirtschaft - die Gesamtheit der Vorgänge, Maßnahmen und Einrichtungen, die mit der Produktion, dem Handel und dem Konsum von Waren und Dienstleistungen im Zusammenhang stehen - wird von Menschen gemacht, jedoch oft genug nicht für Menschen.
Zum einen gibt es da die Kriegswirtschaft, deren ureigenste Aufgabe es ist, gerade eben gegen Menschen zu produzieren (für Otto Normalverbraucher gesetzlich verbotene Waffen etc.). Zum anderen sollte Wirtschaft den Menschen Einkommen bieten, damit die von der Nicht-Kriegswirtschaft produzierten Waren und Dienstleistungen auch erworben werden können. Will heißen, zivile Wirtschaft macht nur dann Sinn, wenn sie außer Waren und Dienstleistungen auch Arbeitsplätze und damit verbunden angemessene Gehälter anbietet. Aber insbesondere an dieser Stelle hapert es deutlich, wie Millionen fehlender Stellen beweisen.
Politiker, Wirtschaftler und Medien verbreiten täglich: "Wirtschaft schafft Arbeitsplätze". Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. 1991 wurden in der deutschen Industrie noch 9,2 Milliarden Arbeitsstunden geleistet. Zehn Jahre später, also 2001, waren es gerademal noch 6,2 Milliarden Arbeitsstunden, obwohl die Umsätze in diesen 10 Jahren um satte 25% gestiegen sind. Grund: In genau diesen 10 Jahren wurden 580 Millionen DM investiert, um die Produktivität zu steigern. Das heißt konkret: Die übrige Arbeit erledigen jetzt Computer und Roboter. Die beinahe täglich zu hörende Behauptung, Wirtschaftsunternehmen würden in Arbeitsplätze investieren, ist nunmal eine absolute Lüge. Investitionen tätigen Wirtschaftsunternehmen niemals in Arbeitsplätze, sondern immer und ausschließlich nur in Infrastruktur. Arbeitsplätze entstehen dabei immer und ausschließlich nur als ein Abfallprodukt, als ein notwendiges Übel also, das so weit als möglich zu vermeiden ist. Nirgendwo sieht man das besser, als wenn ehemals staatliche Unternehmen privatisiert werden. Die gelten bekanntlich als "aufgebläht", weshalb dann immer gleich erstmal ein Großteil der Belegschaft "freigesetzt" - also rausgeschmissen - wird.
Für die Wirtschaft selber ist der konsequente Arbeitsplatzabbau auch absolut selbstverständlich, denn schließlich bedeutet bereits das Wort "wirtschaften" nichts anderes als "zur Verfügung stehende Mittel möglichst rationell verwenden", und gute Maschinen sind nunmal effizienter als Menschen. Die Problem bleibt nur, woher das aufgrund der Investitionen und der damit verbundenen Produktivitätssteigerungen seit Jahrzehnten konsequent steigende Heer an Arbeitslosen das Geld nehmen soll, um die Produkte auch zu kaufen.
Die von Politikern, Wirtschaftlern und Medien hierauf verbreitete Antwort lautet "Wachstum". Das heißt in der Praxis, wegrationalisierte Produktionsstandorte und Tätigkeiten sollen durch solche ersetzt werden, die es bislang noch nicht gab, "neue Arbeitsplätze" also. Dem ständigen Erschließen neuer Räume für Wirtschaft fallen nicht nur bislang noch intakte Naturgebiete sowie Entwicklungsländer zum Opfer, sondern insbesondere auch hier bei uns bislang noch öffentlich zugängliche Räume sowie bislang auf sozialer Basis erbrachte Leistungen. Letzteres heißt ganz simpel: Ständig werden irgendwelche Dinge abgeschafft oder verboten, damit der Kommerz sie übernehmen, sich also weiter ausbreiten kann. "Privatisierung" heißt das, wenn alles Mögliche nicht mehr getan oder betreten werden darf, ohne dafür zu bezahlen oder von der Polizei abgeführt zu werden. Ganz im Sinne des Wettbewerbgedankens werden alternative Lebens- und Wirtschaftsweisen dabei immer gleich zu allererst bekämpft. Hier zeigt sich mal wieder deutlich, daß das einzig wirklich nachhaltige Wachstum nunmal das zerstörerische Krebswachstum ist.
Hinzu kommt das Wesen des Geldes an sich. Geld treibt bekanntlich Menschen zu Leistungen an, denn Geld will verdient werden, und wird es ausgegeben, dann treibt es andere Menschen zu Leistungen an. Vergessen wir also einmal die anfaßbaren Münzen und Scheine, dann stellen wir fest: Geld ist keine Materie sondern Geld ist Energie. Konkret ist es eine Energie, die Menschen zu effizienzorientierten Verhaltensweisen veranlaßt, gemeinhin "Arbeit" genannt. Nennen wir es also Effizienzenergie. Die Effizienzenergie Geld wird eingenommen und ausgegeben, hat also Plus- und Minuspole wie elektrischer Strom. Die Effizienzenergie Geld läßt sich anhäufen und später geballt wieder ausgeben, ebenso wie sich elektrischer Strom speichern und dann in starken Stößen wieder entladen läßt. Münzen und Scheine der Effizienzenergie Geld verhalten sich in Bezug auf geleistete oder zu leistende Arbeit der Menschen in keiner Weise anders als wie elektrische Ladungsträger in den Generatoren und Motoren sowie in den Kabeln von elektrischen Maschinen. Auf den Menschen wirkt diese Eigenschaft zurück, indem ein enormer Druck zur Anpassung und Unterordnung von Verhalten an Anforderungen entsteht.
Genau an dieser Stelle bricht mit voller Schärfe der Grundsatzkonflikt auf, daß doch eigentlich die Wirtschaft für den Menschen da sein sollte und nicht der Mensch für die Wirtschaft. Reine Wirtschaft kennt aber nunmal nichts anderes als Effizienz, weshalb die Wirtschaft auch den Menschen nur als Ware betrachtet, bestehend aus einkaufbarer Arbeitskraft und verkaufbarer Gesundheit, sowie als Konsumeinheit. Folglich verlangt Wirtschaft stets die Unterordnung des Menschen unter ihre eigenen Bedürfnisse und unterstützt innerhalb von Staaten schon seit jeher eher diktatorische und faschistische Tendenzen anstatt Demokratie. Das geht soweit, daß Wirtschaft den Menschen überhaupt nicht mehr als Menschen betrachtet, sondern nur noch als sogenanntes "Humankapital". Nicht umsonst forderten beispielsweise 1932 Industrielle, Banker und Großgrundbesitzer in einem Brief an Reichspräsident Hindenburg Hitler als Reichskanzler und spendeten außerdem noch 30 Millionen Mark für genau diesen Zweck.
Wir haben also das Problem, daß das System Wirtschaft letztlich Effizienz einzig um der Effizienz willen anstrebt, angetrieben von der Effizienzenergie Geld, die ebenfalls zum Selbstzweck neigt, indem die von ihr beabsichtigten Effizienzsteigerungen nichts anderes als Konzentrationsprozesse zur Folge haben, und das über immer weitere Entfernungen hinweg. Einfacher ausgedrückt: Es wird produziert und über immer größere Distanzen transportiert auf Teufel komm raus, bloß braucht man immer weniger Menschen dazu. Somit wird die breite Masse der Menschen immer ärmer weil arbeitslos und wenige Reiche dafür immer reicher wegen deren Besitz an immer mehr und immer besserer Technik und Maschinen. Vor etwa 150 Jahren nannte jemand diesen Effekt mal "Akkumulation des Kapitals". Der Typ hieß Karl Marx und gehört bis heute für Studenten der Wirtschaftswissenschaften zum Pflichtprogramm.
Prinzipiell ließe sich das Problem recht einfach lösen durch die Einführung eines vom Staat zu zahlenden Existenzgeldes für jeden Bürger. Das heißt, vom Säugling bis zum Rentner und von Arm bis Reich erhält jeder Einwohner monatlich einen festen Betrag aus einem Steuertopf. Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe und staatliche Renten würden dafür entfallen, ebenso wie die zugehörigen Bürokratien und Gesetze. Gefüllt würde der Steuertopf nicht nur mit Lohn- und Umsatzsteuern, sondern insbesondere mit der Besteuerung der Energie, die die Maschinen benötigen um die Menschen zu ersetzen sowie von sonstigem Verbrauch wertvoller Ressourcen. Weiterhin zu besteuern wären Spekulationsgewinne und Finanztransfers, vor allem und ganz insbesondere aber Vermögen. Das wäre auch voll im Sinne unseres Grundgesetzes, worin Artikel 14 Absatz 2 besagt: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." und gleich anschließend der Absatz 3 die Möglichkeit der Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit beschreibt. Nichts anderes wäre eine Vermögenssteuer ja im Grunde. Unternehmen und reiche Privatpersonen müßten viel abgeben, allen anderen käme das zugute.
Allerdings scheitert dieser Ansatz regelmäßig aufgrund eines anderen Problems. Geld treibt die Menschen nämlich nicht nur zu Effizienz an sondern in gleichhohem Maße ebenso zu gesamtgesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit. Um genau zu sein ist gesamtgesellschaftliche Verantwortungslosigkeit die Grundvorraussetzung für an rein materiellen Dingen orientierte produktive Effizienz. Reine Wirtschaft ist somit nichts anderes als straff organisierte gesamtgesellschaftliche Verantwortungslosigkeit und das Mittel dazu ist die Effizienzenergie Geld, die auf die Menschen als Droge wirkt. Geld löst soziale Bindungen und macht von sich selbst abhängig. Viel Geld macht süchtig. Die Menschen klammern sich so sehr an das Geld, daß sie schon seit langem ohne es nicht mehr auskommen können. Nimmt man den Junkies Geld weg, dann bekommen sie sofort Entzugserscheinungen in Form von massiver Aggressivität. Das ist der Grund, warum nicht nur Reiche sich bei genauerer Betrachtung oft genug recht schnell als Primitivlinge und zynische Raubtiere im feinen Anzug erweisen.
Da braucht man nur mal über Steuern und ganz insbesondere über Vermögenssteuern zu reden. Bei Eingriffen in die Altersvorsorge ist ein breiter Aufschrei ja in vollem Umfang verständlich. Gemeint ist hier aber die Frage: Wozu soll die ganze produktive Effizienz des Gesamtsystems Wirtschaft denn bitteschön gut sein, wenn nicht für die Sicherung von gesamtgesellschaftlichem Wohlstand? Da aber outen die ach so zivilisierten Primaten ihre animalisch-aggressive Beschränktheit sofort mit einem urviehmäßigem Geplärr wie "Diebstahl", "Raub", "Linke Ratten!", "Kommunistenschweine", etc. etc. Dabei ließe sich ein solches Verhalten bereits als verfassungsfeindlich einstufen, denn Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes besagt: "Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat". Statt dem geforderten sozialen Bewußtsein nachzukommen gipfelt derlei Verhalten aber bisweilen sogar in polemischen Gepöbel wie "Niemand darf sich zu Lasten der Gemeinschaft zurücklehnen!" oder gar "Es gibt kein Recht auf Faulheit!". Interessanterweise steht im Absatz 4 des gleichen Artikels von unserem Grundgesetz dann sogar noch: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist". Heißt das im Klartext zum Beispiel, daß es möglicherweise doch legal ist, als Arbeitsloser dem Kanzler Schröder mal gehörig eine zu scheuern? Vorausgesetzt natürlich, mit den kassierten Steuern würden tatsächlich Arbeitslose und Rentner in Deutschland finanziert und nicht Soldaten am Hindukusch?
Von Sozialhilfeempfängern wird gerne verlangt, sich für ihre Ausgaben zu rechtfertigen. Braucht ein Sozialhilfeempfänger wirklich Viagra auf Kosten der Allgemeinheit? Ist seine Wohnung nicht etwas zu groß für ihn? Hat er nicht doch noch nebenbei ein paar Euro verdient, etc. etc.? Wenn jedoch massive Steuersenkungen für Unternehmen beschlossen werden, so wie 2001 in der Größenordnung von 20 bis 30 Milliarden Euro, dann verlangt keiner eine Rechtfertigung von den Konzernchefs, wofür das Geld verwendet wurde. Wieviele Arbeitsplätze wurden geschaffen? Was haben die mit dem Geld gemacht? Von Arbeitslosen wird verlangt: Keine Leistung ohne Gegenleistung! Für Konzerne gilt: Leistung ohne jede Gegenleistung! Damit die Konzerne ungeniert und bequem zu Lasten der Allgemeinheit noch mehr Kohle machen können.
Aber es sollte nunmal so sein, daß die Arbeit zum Leben da ist und nicht das Leben zum Arbeiten. Arbeiten heißt sich effizienzorientiert zu verhalten, verursacht durch naturgegebene oder künstlich geschaffene Abhängigkeiten, oft genug auch resultierend aus anerzogenen oder selbstgeschaffenen Zwangsvorstellungen. Leben im Sinne von Entfaltung der Persönlichkeit heißt dem gegenüber alles zu tun oder auch nach Belieben zu lassen, bei dem irgendwelche Effizienzanforderungen einem schlichtweg am Arsch lecken können. Kurzum: Leben heißt selbstbestimmte Zeitnutzung.
Wenn also irgendwelche durchgeknallten Bundeskanzler oder Arbeitgeberpräsidenten ihre Idiotien herumposaunen, von wegen es gäbe kein Recht auf Faulheit - weniger demagogisch polemisch formuliert also weder ein Recht auf Ruhe noch auf bewußt ineffizientes Handeln - dann bedeutet das nichts anderes, als daß solcherlei Gesindel nichts anderes tut als schlichtweg allen Ernstes dieses Recht auf Leben in Abrede zu stellen. Nur dann könnten wir konsequenterweise auch alle wieder zurück in den Wald und dort in Höhlen hausen. Da würden dann Wölfe, Regen und Kälte schon von alleine dafür sorgen, daß niemandem von uns langweilig wird und es kein Recht auf Faulheit gibt. Also, was soll der Dummbatz bitteschön? Wozu dienen all die schier endlosen und schon religiös zu nennenden Predigten und Huldigungen an den Effizienzgott? Das gerne heraufbeschworene Schreckgespenst, wonach das ganze Kapital bei Besteuerung gleich ins Ausland abwandert, kann es nicht sein. Schließlich ist es einzig und allein nur das tatsächlich verantwortungslos agierende Kapital, das ins Ausland abwandert. Darauf allerdings kann man gerne und leicht auch tatsächlich verzichten. Sowas brauchen wir hier nicht. Also, was dann?
Bereits 1985 schrieb jemand sehr richtig: "Wenn es jedoch stimmt, daß die durchschnittliche Arbeitszeit immer mehr schrumpft und die Freizeit wächst, dann erscheint es durchaus logisch, daß irgendwann einmal die Arbeitsmoral zu Staub zerfällt. Aber ohne Fabrik- und Bürodisziplin keine staatstragende Gesinnung."
Und genau darum geht es. Schon vor Schröder blubberte Bundeskanzler Helmut Kohl einmal vermeintlich zusammenhanglos, nicht nachvollziehbar vom "kollektiven Freizeitpark Deutschland". Man muß einmal überlegen, was für ein Problem er denn eigentlich hatte. Was wäre denn, wenn endlich mal alle über die ihnen zustehende, durch die hohe Technisierung freigewordene Zeit auch tatsächlich frei verfügen könnten.....? Befürchtet da jemand vielleicht sogar wieder jeden Montag eine große Demo?
Wirtschaft ist per Ausübung von nochmals zusätzlichem Effizienzdruck und unter Verdrängung des ursprünglichen Ziels, der Schaffung und Steigerung von Wohlstand für alle, nunmal auch ein effizientes Herrschaftsinstrument von Politikern gegen die eigene Bevölkerung. Wer in Zeiten von teilweise sogar vollautomatisierten Produktionsstraßen für Autos und ähnlichem Arbeitszeit sogar noch verlängert, anstatt verkürzt, und damit vorsätzlich Arbeitslosigkeit und Elend zusätzlich schafft, wer in Zeiten überquellender Kaufhausregale zu Schnäppchenpreisen Arbeitslosenhilfe streicht und Sozialhilfe kürzt, der will nicht fürsorgen, sondern herrschen. Mit der Ausübung des nochmals zusätzlichem Effizienzdrucks geraten die individuellen wirtschaftlichen Existenzen der breiten Masse absichtlich unter die Räder, und dann wird noch über die Medien die Propaganda verbreitet, die Betroffenen seien selbst schuld. Dabei muß nur ganz simpel die Frage gestellt werden, wieviel Prozent in den Zeiten der Vollbeschäftigung in Deutschland nach dem Krieg noch arbeitslos trotz Arbeitsfähigkeit waren, dann hat man die Größenordnung, wie verschwindend gering die tatsächliche Zahl potentieller Faulenzer ist.
Darüber hinaus ist der immer wieder zu hörende Spruch "Die Kassen sind leer!" mal daraufhin zu hinterfragen, wer angesichts all der vielen Steuern in diesem Land denn die Kassen absichtlich leergemacht hat. Beispiel: In Hessen wurden 2003 unter Roland Koch gut 1,1 Milliarden Euro zu Lasten unzähliger gemeinnütziger und sozialer Einrichtungen blindwütig gekürzt und gestrichen. Seltsamerweise wurden laut unabhängigen Berechnungen aber gleichzeitig 2,2 Millarden Euro zusätzlich ausgegeben für so Dinge wie eine neue Staatskanzlei für 40 Millionen (in der ursprünglich alleine jeder Papierkorb 80 Euro kosten sollte), neue Dienstfahrzeuge, zwei zusätzliche Staatssekretäre, etc. etc. etc. Ist das die Vorstellung der CDU von einem schlanken Staat?
Kurzum: Schuld an den allgegenwärtigen Mißständen ist weder "das Kapital", wie es überzeugte Marxisten behaupten, noch sind es die Arbeitslosen selber. In Wirklichkeit ist es eine Mischung aus Unfähigkeit und insbesondere auf seiten der Politiker auch aus vorsätzlicher Unwilligkeit, die Kapitaleigentümer und deren Macht gesamtgesellschaftlich in den Griff zu bekommen und im Griff zu behalten.
Noch kürzer: Geld regiert die Welt, weil Geld regiert den Menschen. Das allerdings nur einzig und allein deshalb, weil die Menschen sich lieber vom vermeintlich sicheren Geld regieren lassen als sich auf das Abenteuer von partnerschaftlichem Miteinander einzulassen.
Hinzu kommt, daß deregulierte liberalisierte Wirtschaft sich verhält wie ein kleines unerzogenes Kind: Sie macht jeden Scheiß. Insofern ist es nur logisch, daß mittlerweile gerade die Kommerzmedien und deren Werbung sowie sinnlosesten Endlosserien Dummheit zum rituellen Kult erheben. Das macht auch verständlich, warum trotz aller Sonntagsreden über die Ressource Bildung kaum jemand aus der Politik konsequent etwas gegen die Pisa-Mißstände der breiten Masse unternimmt, sondern im Gegenteil die Forderung nach Elitebildung ertönt. Intelligenz ist nunmal schon seit jeher der natürliche Feind von hemmungslosem Konsum. Allerdings auch umgekehrt, und genau deshalb wird Dummheit und Verblödung der Masse von florierender Wirtschaft nach Kräften gefördert. Das ist für die Wirtschaft ganz einfach eine Notwendigkeit, weshalb Pisa von ihr gewollt ist oder zumindest liebend gerne geduldet wird. Ein paar Eliten zusammen mit ein paar mehr oder weniger absichtlich unterbelichteten Arbeitern und Angestellten genügen mittlerweile nunmal völlig, um den Laden weiter am Laufen zu halten.
Die bei weitem kürzeste wie ebenso prägnanteste und schonungsloseste Darstellung der Funktionsweise unseres Geldsystems in Form eines Videos findet sich auf YouTube:
"Wie funktioniert Geld?" des Autors Max von Bock
http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ
